Notenschlüssel-Typen erklärt

Knick, Sockel, linear oder IHK: wie die Punktgrenzen entstehen – jeweils mit Rechenbeispiel für eine Arbeit mit 40 Punkten.

Wie aus Prozent Punktgrenzen werden

Jeder Notenschlüssel ist eine Liste von Prozentgrenzen: Ab welchem Anteil der Höchstpunktzahl gibt es welche Note? Die Punktgrenze ist Höchstpunktzahl mal Prozentgrenze. Bei 40 Punkten und einer Grenze von 87,5 % sind das 35 Punkte.

Ergibt sich keine ganze Zahl, wird aufgerundet: Bei 30 Punkten sind 87,5 % genau 26,25 Punkte, die Note 1 gibt es also ab 27 Punkten – so erreicht jede Note mindestens ihre Prozentgrenze. Wer lieber kaufmännisch rundet, bekommt hier 26 Punkte. Mit halben Punkten wird auf 0,5 gerundet (26,5 Punkte). Welche Regel gilt, legt oft die Fachkonferenz fest; im Werkzeug kannst du beides wählen.

Schlüssel mit Knick an der Bestehensgrenze

Der verbreitetste Aufbau an Schulen: Die Bestehensgrenze (meist 50 %) ist der Knick. Die bestandenen Noten 1 bis 4 teilen sich den Bereich von 50 bis 100 % gleichmäßig, also je 12,5 %. Unterhalb teilen sich die nicht bestandenen Noten den Rest. Weil die oberen Stufen schmaler sind als die unteren, ist der Schlüssel an der Bestehensgrenze „geknickt“.

NotePunkte bei 40
1 (ab 87,5 %)40 – 35
2 (ab 75 %)34 – 30
3 (ab 62,5 %)29 – 25
4 (ab 50 %)24 – 20
5 (ab 20 %)19 – 8
67 – 0

Was ist ein Sockel?

Der Sockel ist die Grenze zur schlechtesten Note: Erst darunter gibt es eine 6 (bzw. 0 Notenpunkte). Im Beispiel oben liegt er bei 20 %, die 6 gibt es also nur bis 7 von 40 Punkten. Ein höherer Sockel, etwa 30 %, macht die 6 häufiger; ein Sockel von 0 % schiebt sie ganz nach unten. Zwischen Sockel und Bestehensgrenze werden die übrigen Stufen gleichmäßig verteilt – bei Noten 1 bis 6 ist das nur die 5, bei Notenpunkten die Punkte 4 bis 1.

Linearer Notenschlüssel

Beim linearen Schlüssel sind alle Stufen gleich breit: Bei sechs Noten bekommt jede ein Sechstel. Die 4 gibt es dann schon ab einem Drittel der Punkte. Das ist mathematisch einfach, an Schulen aber eher bei Übungstests üblich; für Klassenarbeiten wird meist ein Schlüssel mit Knick verwendet.

NotePunkte bei 40
1 (ab 83,33 %)40 – 34
2 (ab 66,67 %)33 – 27
3 (ab 50 %)26 – 20
4 (ab 33,33 %)19 – 14
5 (ab 16,67 %)13 – 7
66 – 0

IHK-Schlüssel mit 100 Punkten

Prüfungen der Industrie- und Handelskammern werden nach einem 100-Punkte-Schlüssel bewertet: 100 bis 92 Punkte sehr gut, unter 92 bis 81 gut, unter 81 bis 67 befriedigend, unter 67 bis 50 ausreichend, unter 50 bis 30 mangelhaft, unter 30 ungenügend. Bestanden ist ab 50 Punkten. Viele Ausbilderinnen, Ausbilder und Berufsschulen übertragen diese Grenzen auf eigene Tests mit anderer Höchstpunktzahl.

NotePunkte bei 40
1 (ab 92 %)40 – 37
2 (ab 81 %)36 – 33
3 (ab 67 %)32 – 27
4 (ab 50 %)26 – 20
5 (ab 30 %)19 – 12
611 – 0

Quellen: Seiten der IHK München und der IHK Gießen-Friedberg zum Notenschlüssel (siehe unten). Maßgeblich ist die Prüfungsordnung deiner Kammer.

Notenpunkte 15 bis 0 in der Oberstufe

In der gymnasialen Oberstufe entsprechen 15, 14 und 13 Punkte der Note 1 (1+, 1, 1−), 12 bis 10 der Note 2 und so weiter bis 3 bis 1 Punkte für die Note 5; 0 Punkte sind ungenügend. Für die Umrechnung von Prozent in Punkte ist eine Tabelle verbreitet, bei der 5 Punkte ab 45 % und 11 Punkte ab 75 % vergeben werden. Ob sie an deiner Schule gilt, regeln Land und Schule.

NotenpunkteProzentgrenzen
15 bis 11ab 95, 90, 85, 80, 75 %
10 bis 6ab 70, 65, 60, 55, 50 %
5ab 45 %
4 bis 1ab 40, 33, 27, 20 %
0unter 20 %

Welcher Schlüssel ist vorgeschrieben?

Das ist Ländersache und oft Sache der Schule: Schulgesetze und Verordnungen legen die Notenstufen fest, die konkreten Prozentgrenzen beschließt häufig die Fachkonferenz. Dieses Werkzeug schreibt dir nichts vor – du wählst eine Vorlage und passt jede Grenze an die Vorgaben an, die für dich gelten.

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Quellen